Autoren - Adventkalender 2020

Rainer Holzhauser

Der Geist der Weihnacht steckt in diesen vier Gedichten,
hinter meinem Türchen vom:

19.12

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Der Geist der Weihnacht

Wenn das erste Lichtlein brennt,
wird alles anders was man kennt.

Die Hoffnung die es in Dir gibt,
die gefühlvoll ausdrückt was man liebt.
Die liebevoll im Farbenglanz,
jetzt ruft zum magischen Elfentanz.

Nikoläuse am Kamin,
sortieren her und wieder hin,
in roten Mänteln sitzen sie,
und fülln die Säcke voll wie nie.

Das Feuer prasselt warm und stark,
der Waschbär das am Fenster mag,
mit seiner blau weiss roten Mütze
und seinem Bommel an der Spitze.

Dazwischen Kühe, Ochsen, Ziegen,
und Engel durch die Türe fliegen,
zwei Rentiere stehn vor dem Schlitten,
wann wird denn endlich fortgeritten?

Im Lichterglanz in Dorfesmitte,
voll dickem Schnee die Bergdorfhütte,
Ein Bär wälzt sich darin herum,
und Beifall klatscht sein Publikum.

Männer mit hohen grauen Hüten,
elegant mit Schals und Zuckertüten,
begleiten wunderschöne Damen,
die mit Schlittschuhn, über den Teich grad kamen.

Bunte Kleider, dicke Socken,
gstrickte Mützchen im Kraushaar hocken,
warme Schals und Handschuh an,
da wiedersteht bestimmt kein Mann.

Kerzen stehn am Fensterbrett,
ein Kätzchen spielt mim Mäuschen nett,
zwei Hunde mit den Pfoten winken,
der Opa ist am Glühwein trinken.

Der Tisch mit weißem Tuch gedeckt,
im Tannenzweig ne Kugel steckt,
inmitten all dem kunterbunt,
steht eine Kerze dick und rund.

Bratäpfel dampfen, neben Zweigen aus Tannen,
Kastanien duften aus eisernen Pfannen,
und Pfefferkuchen, würzig und süss,
mischen sich mit Koriander, mit Zimt und Anis.

Auch Nüsse und Mandeln, Mandarinen ich gern hätte,
die riechen mit Weihnachtsplätzchen, dann um die Wette.
Und dazwischen liegt das Christkind, behütet, bewacht,
mit Glanz in den Augen und zufrieden es lacht.

Heut soll Jeder glücklich sein, ohne Angst ohne Not,
jedem eine Heimat, und jedem sein Brot.
So hol ich mir immer, wenns mir nicht so gut geht,
den Geist der Weihnacht ins Herz , bis ein andrer Wind weht.


Auf dem Weihnachtsmarkt

Sinn Gedenkdäg dann vergange,
freet ma sisch, oh liewe Leit,
uff Lichterglanz, und Woihnachtsmärkt,
in heumelischer, Winterzeit.

Lichterbanner schun am Eugang,
strahle Glanz und Gloria,
über dem Platz liegt eine Wolke,
noch Curryworscht un Paprika.

Mandelkandierer, Erdnussbäcker,
und die Zuckerwatt am Stecke,
Pizza, Spieß, Brotworscht un Döner,
esse känntscht, bis zum verrecke.

Spielzeig liggd, do newwa Socke,
Schmuck und Schals, wonns longt ähn Muff,
Kappe, Mütze, Hüt und Jacke,
und Parfüm, wie aussem Puff !

Woihnachtskuggle, Krippehäuslin,
Engel, dass der Deifel holt,
Pferdche, Spieluhr, Kruscht und Sache,
äh Rute, die de Arsch versohlt.

Renntier, Christkind, und de Josef,
die drei König, noch dezu,
Maria kniet meischt, vor der Krippe,
und denkt sisch, los ma doch moi Ruh.

Pommesduft mischt sisch mit Süßem,
Glühwoi rund die Wolk dann ab,
was do alles kaafe könntescht,
do fallt Dir manchmol, echt die Klapp.

Schnitzereie, Autoschilder,
aus Australie gar, äh Didgeriduu,
Spiggel, Mobiles und Bilder,
und Woihnachtsmusik, ghört ah dezu.

Reitschul, Boxauto un Schaukel,
alles für des liewe Kind,
so mancher Papa, is ganz glücklich,
weil zum allähfahrn, die zu klää noch sind.

Uff der Bühn do singe Kinner,
mit dem Woihnachtsmann im Chor,
entrückt stehsch unner rote Mütze,
die kumme sisch, wie de Nilaus vor.

Die Atmosphäre is besonders,
bisch erscht mol dort, do wärd ma weich,
nur wer noch Kindheit, in soim Herz hot,
kann des erlebe, und is reich.


Das Weihnachtszimmer

Tagelang war es verschlossen,
Mysterium am Schlüsselloch,
für`s spitzeln, gibts hier, auf die Flossen,
verboten, aber, es juckt doch.

Raus und rein, wurd da getragen,
geheimnisvoll, und heilig auch,
mal wurd gebohrt, und mal geschlagen,
ein herzklopf, schweißnass, schöner Brauch.

Immer wenn man schaut, war`s dunkel,
der Schlüssel, wie von Zauberhand,
steckte nie aussen, immer innen,
bis er zum Christkind, ganz verschwand.

Zauberglanz, so bunt erleuchtet,
festlich strahlend, wie der Himmel,
als zum Christkind, Heiligabend,
hörte man, das zart Gebimmel.

Da stand das, Riesenrad gebastelt,
von Vaters Hand, mit sehr viel Fleiss,
und auch die Eisenbahn, mit Bahnhof,
mit den Häuslein, ganz in weiss.

Aus Stoffresten, waren die Berge,
mit Pappmachee, der Tunnel nur,
mit Leim durchzogen, angemalt,
war das, mein Paradies, grad pur.

Von Mutter gabs, das Hexenhäuschen,
mit Lebkuchen, und Plätzchen satt,
nen Zaun, aus Borkenschokolade,
das Salzstangen, als Handlauf hat.

Gestäubt dann, mit viel Puderzucker,
denn Schnee, der musste, immer sein,
da stapfte meist dann, unser Hansi,
weit bis zur Tür, in alles rein.

Im Kreis der Lieben, Heiligabend,
das war das Schönste, was es gibt,
wie gut, dass es, bis heutzutage,
die Weihnachtszimmer, auch noch gibt.


Weihnachtsgefühle

Tannenduft und Engelshaar,
Musik so zart und wunderbar,
Lichterglanz und Glockenspiel,
wie heimelndes Weihnachtsgefühl.

Die Welt entschleunigt, zahm und brav,
als ob nichts böses stattfinden darf.
Kein böses Wort, man spricht gar leis,
und um Dich rum, häuslicher Fleiss.

Wenige Wochen bis zum Fest,
dass uns so lammfromm werden lässt.
Die Küche duftet wunderbar,
ob dort wohl Weihnachtsbacktag war?

Emsiges Treiben, Zeit muss man nutzen,
das Christkind kommt, da muss man putzen.
Im Keller gar, der wüst und voll,
wirds plötzlich ganz geheimnisvoll.

Päckchen packen, Schleife suchen,
dazwischen den Stollen versuchen,
Ein Weihnachtshit aus dem Radio dröhnt,
das wäre sonst doch sehr verpönt?

Doch alles passt, man will es hören,
und keiner, tut sich jetzt beschweren,
die Spannung steigt, weiter und weiter,
die Gänshaut ist Dauerbegleiter.

Bunte Kugeln, weisse Sterne,
grüßen vom Nachbarn aus der Ferne,
und auch der ewige Knotterbär,
tauscht Weihnachtsstern mit Luftgewehr.

Die Zeit ist reif, die Menschen fromm,
Dein Weg ist weit, Christkindl komm.
Und gib dass auch in andern Ländern,
die Menschen sich in der Zeit ändern.

Die Magie, die uns das Fest hier gab,
schafft auch Kriege, Feindschaft, Missgunst ab ?
Lasst alle Menschen glücklich werden,
und endlich Frieden hier auf Erden !



Rainer Holzhauser


Rainer Holzhauser am Mannheimer Wasserturm

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